Uhrmacher, Uhren und Schreiner im Grenzraum Bergisches Land - Grafschaft Mark zwischen 1760 und 1840
von Manfred vom Brocke mit freundlicher Genehmigung des Museums des Oberbergischen Kreises, Schloss Homburg, Nümbrecht
Die Erforschung der östlich von Solingen, Remscheid und den verschiedenen volkreichen Ansiedlungen des Wuppertales gelegenen
Werkstätten der Uhrmacher und Gehäuseschreiner und ihrer Produkte wird durch Schwierigkeiten behindert. Die bei weitem größte
Hürde besteht in einer ausreichenden Materialsammlung, wobei die fotografische Erfassung der in Mehrzahl in weit gestreutem
Privatbesitz befindlichen Uhren vom Zufall des Wissens von ihrer Existenz und der Bereitwilligkeit der Besitzer zur Besichtigung
abhängig ist. Mit der Möglichkeit von Änderungen (Austausch der Werke, Zeiger, Signaturscheiben, Überarbeitungen der Gehäuse
und Kästen, Beschädigungen) muß bei jedem einzelnen Stück gerechnet werden. Seit Uhren aber (leider oft genug) nur noch nebenbei
die Zeit messen, sondern als materialisiertes Wertdepot gelten, verschließen sich die Türen der Sammler, die Freude am Besitz
ist der Angst vor Verlust gewichen.
Ein weiteres Problem besteht in der Beurteilung der nur durch Fotografien bekannten Uhren. Seit um 1900
1) ein verstärktes
Interesse am regional gebundenen Möbel in Intervallen mit unterschiedlicher Intention die Geldbörsen der wohlhabenden
Käuferschichten geöffnet hat und die Flut der Publikationen die Dämme bricht, gelten die Fragen dem vertraut Unbekannten.
Da die Abbildungen im halben Postkartenformat weder Signaturen, noch Datierungen lesen lassen, können sie nur als Redundanz
angesehen werden - ohne Informations-, aber mit Erinnerungswert.
Die nächste Hürde liegt in der Schriftlosigkeit des 18. Jahrhunderts im Forschungsgebiet. Leider ließen sich keine
schriftlichen Zeugnisse der Uhrmacher und Schreiner auffinden, die Auskunft über Produktionszahlen, Ankäufe des Zubehörs,
Verkäufe der Uhren oder Zusammenarbeit zwischen Uhrmachern und Schreinern hätten geben können. Staatliche, städtische und
kirchliche Archive bieten kaum mehr als Bevölkerungsaufstellungen und die Möglichkeit, die Namen der Handwerker mit ihren
Lebensdaten und familiären Bindungen zu erfassen.
Da die Uhrmacher der Kirchspiele Remlingrade, Radevormwald und in den angrenzenden märkischen Kirchspielen Schwelm,
Volmarstein, Voerde (Ennepetal), Hagen, Meinerzhagen und in weiterer Entfernung Elsey-Limburg (Hagen-Hohenlimburg) fast
immer außerhalb der Stadtgrenzen in den Nebengebäuden der Höfe ihre Uhrenwerkstätten als Nebenerwerb zur Landwirtschaft
betrieben, entziehen sie sich der städtischen Statistik. Erst die Uhrmacher des 19. Jahrhunderts siedelten in den Städten
und sind in deren Archivalien faßbar.
Im Gegensatz zu den Uhren der städtischen Oberschicht der Ballungsräume, die erst ungefähr ab 1745 -1765 feststellbar und deren
Gehäuse meist den Werken ebenbürtig sind, treten die Uhrwerke des ländlichen Grenzraumes zugunsten der Gehäuse in den
Hintergrund. Mir ist kein Werk eines Radevormwalder-Remlingrader Uhrmachers bekannt, das mit den "Extras" (Mondphase, Tages-
und Monatsanzeige, Anzeige des Wochentages, Spiel- oder Pfeifenwerk, Regulierung des Läutewerks) der Uhren z. B. von Winkel
in Elberfeld ausgestattet ist. Die Werke ländlicher Uhrmacher beschränken sich auf die Angaben der Stunden, Minuten und
vielleicht der Tage, dafür können die Gehäuse mit üppigen bildhauerischen Darstellungen geschmückt sein, dieser Aufwand der
Gehäuse mag der Grund für den wiederholt feststellbaren Verzicht auf Unterkästen sein.

Die Produktion des östlichen Grenzraumes ist vom Phänomen der "Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen" betroffen, das nach den
Forschungen von Abeler und Krieg
2) im Bergischen Land nicht vorkommt. Aufgrund der mir bekannten Uhren
3)
und fotografischen Abbildungen
4) läßt sich schließen, daß quadratische Rahmenuhren, die nach Abeler und Krieg bereits kurz
nach 1750 oder 1760 aus der Mode waren und nicht mehr hergestellt wurden, bis gegen 1790 verkauft wurden. Die Käuferschichten
sind in sehr ländlich geprägten Gegenden (und) bei armen Handwerkern, Bauern, Pächtern usw. zu suchen, die einerseits größere
Geldausgaben scheuten, andererseits auf Uhren nicht verzichten wollten. Drei Typen sind bekannt, die als Mischformen anzusehen
sind: Der erste Typus (Raum Hagen, unsigniert, undatiert) folgt dem bekannten gestalterischen Schema, der breit profilierten,
quadratischen Zifferblattrahmen ist aber nicht fest dem Kasten des Werkes verbunden, sondern als Tür gearbeitet, was einen
Werkkasten gleichen Ausmaßes voraussetzt, der oben durch einen sanft geschwungenen Abschluß mit Leistenkranz begrenzt ist
(
Abb. 1). Der zweite Typus
5) (Raum Halver, dat. 1770, 1775) setzt quadratischen Zifferblättern ohne Arkus hölzerne
Giebel in Trapezform und gemalten Signaturen oder karniesförmig geschwungene Gesimse auf, wie sie von Schränken
6)
zwischen 1760-1775 bekannt sind (
Abb. 2). Der dritte
7) rahmt die Werke mit aufgesetztem Arkus und Signaturscheibe
nach altem Vorbild, die obere Leiste mit Kartusche wird geschwungen um den Arkus geführt, möglicherweise nur im Raum
Aachen-Limburg gebräuchlich. Von einer einheitlich fortschreitenden Gehäuseausformung kann nicht uneingeschränkt die Rede sein,
vielmehr ist mit längeren Perioden der Beharrung in den Typen, aber mit modisch sich schneller ändernden Dekoren zu rechnen.

Wie der Beginn so ist auch das Ende der ländlichen Uhrenherstellung zwischen 1830 und 1860 von verschiedenen Gehäusetypen
bestimmt. Bis 1841 finden sich signierte und datierte Uhrenköpfe, deren große Giebelschnitzereien der Periode 1790-1820
angehören, zeitgleich mit den Gehäusen des ländlichen Biedermeier. Die besonderen Ausformungen der Gehäuse mit geschnitzten
Giebeln, vorgesetzten Säulen usw. sind an die Lebens- und Arbeitsspannen der alten Schreiner gebunden, mit deren Absterben
zwischen 1835 und 1845 endet auch die regional gebundene Gehäuseherstellung.
Einen genauen Zeitpunkt des Beginns der Uhrmacherei in dem zu besprechenden Grenzraum festzustellen, ist nicht nur schwierig,
sondern unmöglich. Die Radevormwalder Lokalgeschichte
8) nennt schon 1641 einen Uhrmacher Weilershaus. Will man
diese Datierung nicht von vornherein als unmöglich ablehnen, so könnte Wellershaus - ähnlich wie 1649 in Halver
9)
- als Schmied Reparaturen an Kirchenuhren vorgenommen haben. Vom altersmäßig ersten Uhrmacher Radevormwalds, Joh. Friedrich
Christoph Vahlefeld (Wellershausen 1710 - Wellershausen 1784)
10) hat sich bisher keine Uhr feststellen lassen.
In den Wellershausen benachbarten Gehöften Hürxthal, Filde, Wönkhausen, Oberhof und Feckinghausen auf den westlich der
Ennepe hart an der bergisch-märkischen Grenze gelegenen Höfen wohnten und arbeiteten in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts
fast alle Radevormwalder Uhrmacher. Sie betrieben die Uhrmacherei meist nur als Nebentätigkeit, die auf das Winterhalbjahr
eingeschränkt blieb, im Sommer hatte die Landwirtschaft Vorrang.
Als älteste Uhrmacher der Grafschaft Mark
11) können der im Kirchspiel Schwelm wohnende Johann Caspar Ellinghaus
(Möddinghof/Schwelm 1727 - Schwelm 1807)
12) und die Brüder Johann Peter (Schölling/Volmarstein 1726 -
Schölling 1797) und Johann Martin Peddinghaus (Schölling 1734 - Schmandbruch/Volmarstein 1811)
13) gelten.
Die Vorfahren der Peddinghaus mütterlicherseits waren als Schmiede seit vielen Generationen dem Handelshaus Harkort auf Gut
Harkorten bei Hagen-Haspe verbunden. Sie können als produktivste Uhrmacherfamilie
14) der südlichen Grafschaft
Mark angesehen werden, die Absatzgebiete lagen zwischen dem Dortmunder Umland im Norden und dem Raum Herscheid-Kierspe im
Süden, zwischen der bergisch-märkischen Grenze und ungefähr der Lenne im Osten
15). Neben der Uhrmacherei waren sie
allgemein im Bereich der Feinmechanik tätig, für Harkorts lieferten sie fünf Uhren, aber auch Winkelmesser, Marderfallen und
reparierten Türschlösser
16).
Die ersten signierten und datierten Uhren stammen aus dem Jahr 1761, das Gehäuse der Uhr von Johann Eberhard Käseberg d. Ä.
(Oberhof 1728 - Oberhof 1780) zeigt eine unmittelbare Beeinflussung durch eine Uhr des Elberfelders Johann Friedrich Bick
(Solingen 1707 - Elberfeld 1781) von 1757. Die Gehäuse der Uhrenoberteile sind einheitlich, aber mit Varianten aufgebaut:

Joh. Friedrich Bick, 1757
Das Zifferblatt mit Zinnring, eingepaßtem Füllhornmotiv und Stundenzeiger orientiert sich noch an
denen der quadratischen Rahmenuhren, ist aber durch den Arkus mit Signaturscheibe erweitert. Das Gehäuse baut auf
rechteckigem Grundriß mit Abschrägungen der vorderen Kanten auf, denen Halbsäulen auf hohen Podesten mit breiten Kapitellen
vorgelegt sind. Der Giebel ist trapezförmig ausgestellt, eine breite, vorkragende Hohlkehle mit begrenzenden
Rundprofilierungen liegt unmittelbar den Kapitellen auf und umschließt, verkröpft um die Halbsäulen geführt,
den Uhrenkopf (
Abb. 3).

Joh. Eberhard Käseberg, 1761 (mit Spiegelmonogramm JEKB bezeichnet)
17)
Gehäuse und Zifferblatt sind nahezu identisch, unterschiedlich sind Zifferblattring, Zeiger und Eckverzierungen (Spandrels).
Die glatten Flächen des Kastens sind mit Ausnahme der Leisten und Säulen Nußbaum furniert, die Seiten mit hochrechteckiger,
geometrisch angelegter Marqueterie, der Zwischenraum von Oberkante Zifferblattür und Trapezgiebel mit symmetrischen
Rocailleornamenten und Blüten gefüllt (
Abb. 4).

Joh. Wilhelm Wellershaus (Filde 1744 -Hürxthal? 1828)
18), 1761
Der Uhrenkopf zeigt eine Variante der beiden obigen. Statt der Halbsäulen sind die abgeschrägten Kanten mit Marqueterie in
Form steigender Blumenranken belegt. Dem nur einfach ausgestellten Trapezgiebel sind geschnitzte Rocaillen mit
zwischengefügten, die Abschrägungen betonenden C-Schwüngen aufgesetzt, die Mitte des Giebels und das Gesims übergreifend
ziert ein geflügelter Puttenkopf, zwei entsprechende Köpfe vermitteln zwischen Uhrenoberteil und schlichtem Pendelkasten
aus Eichenholz (
Abb. 5).
Die besonderen Kennzeichen
- schlanke Halbsäulen mit breit angelegten Kapitellen, die unter den Gesimsen ansetzen,
- Abschrägungen der Kanten ohne Halbsäulen,
- Marqueterie auf den Abschrägungen und unter Trapez-, bzw. Rundgiebel,
- Marqueterie auf den Seiten in meist geometrisch sich überschneidenden Formen und zwei Blüten,
- rechteckig auf Front und Seiten des Gesims gelegte Schnitzereien in Rocailleformen und C-Schwüngen
finden sich zwischen 1761 und 1775 an Uhren der Elberfelder Johann Friedrich Bick (1764)
19), Johann Mel(chior)
Haltern (1767, undatiert)
20), Johann Wilhelm Winkel (undatiert), des Schwelmers Johann Caspar Ellinghaus
(undatiert?)
21), des Volmarsteiners Johann Peter Peddinghaus (1773), der Radevormwalder-Remlingrader Johann
Eberhard Käseberg d. Ä. (1761, 1765), Johann Wilhelm Wellershaus (1761, undatiert) und Peter Höller (1775).
Zwei Uhren sind mit unaufgelösten Spiegelmonogrammen (1763, statt Holz-, Zinneinlagen, 1770) signiert,
vier Uhren tragen weder Signaturen, noch Datierungen.

Zum Ausprägungsbereich hat vielleicht mit Verzögerung der Remscheider Raum gehört (Lennep?). Zwei aufwendige Uhrenköpfe
sind noch in den 1790er Jahren mit vereinfacht geometrischer Marqueterie auf Seiten und Front belegt, die virtuos
geschnitzten Schlußsteine der Rundbögen und Quastengehänge auf den Abschrägungen bedienen sich hingegen moderner Dekore
der Zeit. Zwei Uhren von Johann Eberhard Käseberg d. Ä. (1765) und Johann Wilhelm Wellershaus (undatiert) verzichten auf
Halbsäulen und setzen an ihre Stelle leicht gebauchte Pilaster mit zierlichen Kapitellen. Die aufgelegten Fascien sind um
die Seiten und so zur Front geführt, daß sie an der Ziffer-blattür ihre Fortsetzung finden (
Abb. 6). Mit ähnlichem
optischen Erfolg separierte der Gehäuseschreiner Johann Wilhelm Winkels in Elberfeld durch einen schmalen Halbrundstab das
Zifferblatt und die durchfensterten Seiten vom Giebel.
Ungefähr ab 1770 setzt eine neue Phase der Gehäusegestaltung ein. Die Uhren mit Spiegelmonogramm und schlichtem Eichenkasten
(1770), von Johann Peter Peddinghaus (1773) und Peter Höller (1775) nehmen Mittlerstellung ein. Einerseits weisen sie noch
Merkmale der 1760er Jahre auf, andererseits zeigen sie schon Teile des Formenapparates zwischen 1775 und 1785.

Die große Standuhr
22) von Johann Peter Peddinghaus (1773) war für die Witwe Harkort, geb. Märker, auf Haus
Harkorten gefertigt, in der Erbteilung 1796 wurde sie mit RTIrn. 35,- angesetzt. Die abgeschrägten Vorderkanten,
die Fläche zwischen Arkus und Trapezgiebel und die Seiten sind mit Marqueterie belegt, die schon auf die Dekore der
ungefähr ab 1773/1774 bis 1782 fertiggestellten Saalportale von Schloß Neuenhof bei Lüdenscheid hinweisen (
Abb. 7).
Der einsetzende Wandel wird deutlicher an den Gehäusen anderer Uhren von Johann Wilhelm Wellershaus, Johann Eberhard
Käseberg d. J. (Oberhof 1755 - Oberhof 1790), den Brüdern Johann Peter Peddinghaus d. Ä. und Johann Martin
Peddinghaus d. Ä..
Die Kästen folgen den Vorbildern von 1757 und 1761, den Rundbogengesimsen sind Blatt- und Blütenmotive vor- und aufgelegt.
Die auf erhöhte Podeste gesetzten Halbsäulen sind durch meist vier Schaftringe so gegliedert, daß man auch von zwei
aufeinander gestellten, unterschiedlich hohen Balustern sprechen könnte. Ausgeführte Kapitelle fehlen, eine geschwungene
Dreiecksform vermittelt zum Gesims. Diese charakteristische Art der Halbsäulen findet sich identisch bei Käseberg d. J.
([1776
23), Kat. Nr. 9,1778,1780]) und Johann Martin Peddinghaus d. Ä. (1777), ähnlich auch an Wellershaus-Uhren
([1777, 1778
24), 1780]). Anstelle der vorgelegten Halbsäulen können die Abschrägungen mit Gehängen aus Blüten von
Blättern hinterfangen, belegt sein.

In der 1. Hälfte der 1780er Jahre wird der geometrisch abgezirkelte Rundbogen durch eine schwungvollere Form der
Gesimsführung abgelöst. Die auf den Seiten unveränderte Hohlkehle führt von den Abschrägungen konkav-konvex zum Scheitel,
verbreitert sich leicht und wölbt im oberen Teil nach vorn, die beiden Rundprofile rollen in kleinen Voluten ein und geben
einer Kartusche unterschiedlicher Ausprägung Raum. Den in Rundform mit aufgeworfenen, lappigen Rändern besetzten oder als
Becher und Vasen mit godronierten Bäuchen gestalteten Kartuschen entwachsen Schnitzranken von Blumen, Beeren und Blättern
in unterschiedlichen Arrangements. Meist nehmen die Mitte drei Blütenkelche mit Staubgefäßen ein, flankiert von zwei oder
drei Blumen mit je fünf Blütenblättern. Die Ranken enden auf den Seiten in liegenden, schaufelartigen Blättern (
Abb. 8).
Dieser Typus der Schnitzranke fand von allen Gesimsaufsätzen die größte Verbreitung, anfangs ist er feststellbar bei den
Radevormwaldern Johann Wilhelm Wellershaus, Johann Peter Voss (Heirat Radevormwald 1779, gestorben vor 1825)
25),
den Volmarsteinern Johann Martin Peddinghaus d. Ä. und Johann Peter Peddinghaus, Vater (ungewiß) und Sohn Johann Peter
Peddinghaus d. J. (Schölling 1758 - Schölling 1816). Nach 1800 bleibt die Ranke in zum Teil reduzierter Form bei folgenden
Uhrmachern in Mode:
Caspar Heinrich Würpel (1795; Volmar-stein 1758 - Schwelm 1812) Johannes Schmidt, genannt Hobräck (1804; Filde/Radevormwald
1773 - Elsey/Hagen-Hohen-Limburg 1824)
Peter Brinker (1807; Lebensdaten unbekannt)
Johann Theodor Heyder (undatiert; 1766-1813, Uhrmacher in Remscheid-Lüttringhausen)
26)
Johann Hermann Rövenstrunck (1817; Kierspe 1773 - Kierspe 1847)
Johann Peter Linden (1818; Däinghau-sen/Marienheide 1749 - Däinghausen 1824)
Peter Heinrich Linden (1837; Däinghausen 1797 - Däinghausen 1855)
27)
Hermann Heinrich Schmalenbach (1821; Kirchlöh/Halver 1788 - Schma-lenbach/Halver 1855)
Theodor Flüss (undatiert; Breckerfeld 1801 - Breckerfeld 1846)
Johann Peter Wellershaus (1841; Radevormwald 1776 - RvW 1852)
28)

Soweit mir bekannt, variiert die große Blütenranke in sieben verschiedenen Formen.
1. Die Kartusche mit Blumen und Beeren bleibt unverändert, flankierend sind zwei Vögel zugeordnet,
die sich mit je einem Fuß am Gesims festkrallen und Beeren aus dem Mittelgefäß zupfen. Der Schnitzer beweist eine
gute Beobachtungsgabe und findet mehrere Darstellungsmöglichkeiten : die Vögel ziehen die Beeren nach oben, hinten und zu
den Seiten, sie heben die Flügel leicht an oder halten sie geschlossen, bis auf eine Ausnahme sind die Köpfe der Mitte
zugewandt. Die Vögel haben immer einen kleinen Schöpf am Hinterkopf, das Gefieder ist in lange und kurze Federpartien
unterschieden (
Abb. 9, 12).
Die älteste Darstellung stammt von einer Uhr des (Johann Peter) Tobias (vom) Hagen, 1787 (Hagen/Radevormwald 1746 -
Hagen/Westf. 1798), dem vermutlich ersten Uhrmacher Hagens. Aus dem Jahre 1784 ist eine quadratische Rahmenuhr ohne
Flammleisten erhalten. Zwei weitere Uhren stammen von Johann Heinrich Oberhof (Oberhof/Radevormwald 1761 )
29),
eine Pendelkastentür zeigt die Datierung 1789
30) (
Abb. 10).

Die Kombination von Schrank und Uhr hat sich anscheinend im bergisch-märkischen Bereich nicht durchsetzen können
31).
Auf einem der wenigen Möbel, einer Glasvitrine, die aufgrund der Schnitzereien und sparsamen Intarsien der Türen und des
einrollenden Gesimses dem Raum Wiblingwerde-Altena entstammen könnte, steht ein Uhrenkopf, datiert 1790, Initialen nicht
aufgelöst, mit paarig angeordneten Vögeln (
Abb. 11).
Aufgrund der nur von ihm verwendeten Zeiger kann eine Uhr noch dem Radevormwalder Johann Peter Voss zugeschrieben werden.
2. Einander die Rücken zukehrend, sitzen auf dem Gesims einer Standuhr geflügelte Putti, die Köpfe zum
Betrachter gedreht, je ein Bein baumelt locker vor der Gesimsprofilierung. Dem Behältnis zwischen ihnen haben sie
Blütenzweige mit Beeren entnommen, die, ihren Händen entgleitend, über die Abschrägung nach unten sinken, wo Vögel auf
einer Rocaille stehend mit zur Seite geneigten Köpfen picken.
Die Standuhr ist nach altem Farbbefund neu gefaßt worden und zeigt als eines der sehr seltenen Möbelstücke ihre
ursprüngliche - sehr zurückhaltende - Farbigkeit
32). Leider ist das Zifferblatt nach Kriegszerstörung nicht
wieder hergestellt worden (
Abb. 20).

Eine zweite Darstellung folgt im wesentlichen der vorigen, die Putti sind mehr in
die Front gedreht, was ihnen eine starre Haltung gibt. Die Standuhr hat ein sehr schönes Nußbaum furniertes Gehäuse mit
Marqueterie auf dem Unterkasten (
Abb. 21).
Ein drittes Oberteil zeigt ein ähnliches Paar, das qualitätsmäßig aber stark gegen die vorigen abfällt. Das Motiv der
pickenden Vögel auf den Abschrägungen verwendete der Gehäuseschreiner auch ohne den Figurenaufsatz. Das leider beschädigte
Gesims einer Wanduhr gehört noch dem Formenapparat um 1780 an. Die große, aufwendig und gekonnt geschnitzte Blumenranke
überschneidet an einigen Stellen die Gesimsprofilierung, die Seiten sind in der Mitte durch Rundbögen mit eingestellten
Vasen und Blüten unterbrochen. Die obigen drei Uhren tragen keine Signaturen, die letzte stammt von Käseberg d. J. und ist
1785 datiert.
3. An zwei Uhren finden sich einzelne Vögel, sie sitzen auf den Rundkartuschen und halten Beerendolden
mit Blättern in ihren Schnäbeln. Die Haltung beider Vögel ist ähnlich, sie beugen Rumpf und Kopf weit nach vorn, so daß
die Dolden vor den Kartuschen hängen. Erst durch die unterschiedlich gehaltenen Flügel, weit gespreizt und eng an den
Körper gelegt, differenziert der Schnitzer die Spannung.
Die Vögel flankierend finden sich Ranken mit je drei Blüten. Eine der Uhren ist von Johann Wilhelm Wellershaus signiert,
die Datierung nur noch fragmentarisch 179. erhalten (
Abb. 13).
4. Zwei Beispiele sind mir bekannt, die einzelne Figuren frontal zum Betrachter im Scheitel des
Gesimses zeigen.Das Motiv der ungelenk geschnitzten Figur scheint ein Geflügel rupfendes Kind von einem großen
Kleiderschrank
33) zu wiederholen. Aufgrund des Rundbogens, der besonderen Art der Halbsäulen und flankierenden
Blumenranken kann die Uhr auf 1775 bis 1780 geschätzt werden. Selten zu sehen sind ornamental angelegte Kartuschen auf
den Schmalseiten, die ähnlich an Glas- und Kleiderschränke des Raumes Sprockhövel-Haßlinghausen-Gevelsberg wiederkehren.
Das zweite Beispiel zeigt einen sitzenden Engel, der in den erhobenen Händen Ranken mit je drei Blüten hält. Die Standuhr
ist in eine das Bauernhaus teilende Wand (Wirtschaftsteil - Wohnteil) mit 2 Schränken und einer Tür eingebaut. Wegen der
typischen Zeigerform kann sie Johann Peter Voss, Radevormwald, zugeschrieben werden (
Abb. 14).
5. Die Kartusche erweitert sich nach oben und zu den Seiten haubenartig mit überlappenden Rändern.
Seitlich wird sie von Ranken mit je drei Blüten flankiert. Die Uhr ist mit Spiegelmonogramm signiert, das vielleicht
"Hermann Heinrich Schmalenbach" aufzulösen ist, datiert 1800.
6. Der trapezförmige Giebel ist zangenförmig geöffnet, in den Zwischenraum wurde eine godronierte Vase
eingepaßt, die mit fünf Blüten sparsam besetzt ist. Die Uhr wurde von Johann Heinrich Höltchen (Rutenbeck/Schwelm 1776 -
Krupin/Brekkerfeld 1837) gefertigt, die Datierung nur fragmentarisch erhalten 180. .
7. Anstelle einer Kartusche ist der Giebel für eine eingestellte, mit Palmetten und Buckeln reich
belegte Amphore weit geöffnet, der, ebenso wie den Seiten, je drei Blüten aufgelegt sind (
Abb. 15).
Aufgrund der politischen Situation im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert verloren die Vogeldarstellungen der
Gesimse ihre spielerische Unschuld. Auf einer großen, godronierten mit Palmetten belegten Henkelamphore sitzt hoheitsvoll
mit leicht gedrehtem Körper und ausgebreiteten Flügeln ein Adler. Er hält im Schnabel eine Lorbeergirlande, die durch die
Henkel gezogen auf das Gesims nach unten sinkt.

Nach 1815 wird der Adler mit staatlichen Hoheitszeichen ausgestattet. Die Kartusche ist durch einen Rundschild mit erhaben
geschnitzten Initialen FR ( = Fridericus Rex) ersetzt. In voller Breite sitzt dem Gesims ein Adler mit breit geöffneten
Flügeln auf, sein Schwanz verdeckt links einen Teil der Gesimsprofilierung, seine Kralle greift den Schild, die linke hält
ein Schwert, die Symmetrie wahrt auf der anderen Seite eine Fahne, Trompeten, Posaunen und zwei Kanonen reichern die Szene
weiter an (
Abb. 16).
Zwei Uhren mit fast gleicher Darstellung sind bekannt, die ältere soll 1818 datiert sein (Signaturscheibe verloren,
Datierung angeblich im Werk), die jüngere stammt von Martin Jellinghaus, Schmandbruch, 1822. Ein Uhrmacher Jellinghaus ist
mir nicht bekannt, vielleicht handelt es sich um einen Schreibfehler, Johann Martin Peddinghaus d. J.
(Schmandbruch 1798 - Schmandbruch 1834) arbeitete im infrage kommenden Zeitraum als Nachfolger in der Werkstatt seines
gleichnamigen Vaters in Schmandbruch. Eine dritte Uhr von August vom Heede
34) aus Altena, datiert 1841, stattet
den Adler mit Zepter und Schwert in den Krallen aus, verzichtet aber auf die Hintergrundattribute.
Am 23. Juli 1786 mischte sich die preußische Regierung in Potsdam mit der Cabinets-Ordre Nr. XLII
35) in den Handel
mit Uhren. Sie verbot "zur Aufhelfung der einländischen Uhren-Fabrieke: 1. die Einführung aller fremden Stuben-Consol-
und Tafel-Uhren, und deren Gehäuse von Holz mit oder ohne Vergoldung, ganz verboten, und nur die Gehäuse von Marmor und
Bronze, zum Gebrauch im Lande annoch eingelaßen werden sollen, weil letztere alhier noch nicht so schön wie die
ausländischen gemacht werden. Dagegen sollen 2. alle fremde glatte Taschen-Uhren von Gold, Silber und Tomback, mit
dreyßig pro Cent ihres Werthes, 3. alle fremde Ziffer-Blätter von zwey bis zwölf Zoll im Durchmesser, das Stück mit zwey
Thaler, und 4. die fremde Federn zu Stutz-und Taschen-Uhren, das Dutzend mit zwey Thalern zum Verbrauche im Lande
impostiret werden". Die General-Accise- und Zoll-Administration wurde aufgefordert, sämtliche Accise- und Zollbediente zu
instruieren, "daß Sr. Königlichen Majestät Willensmeynung auf das genaueste befoldet werde. Diese Verordnung, vier Wochen
vor dem Tode des preußischen Königs Friedrich II. erlassen, ist die einzig bekannte Einmischung in den Handel mit
bergisch-märkischen Uhren. Das Einfuhrverbot, bzw. die hohe Besteuerung ausländischer Luxusgüter war ein probates Mittel
der merkantilistischen Wirtschaftspolitik zum Schutz heimischer Produkte. Aufgrund der beschränkten Anzahl der datierten
Uhren zwischen 1780 und 1790 sind zur Steuer auf Zifferblätter keine beweisbaren Aussagen, sondern nur Vermutungen zu
machen. Die Uhrmacher Peddinghaus und Ellinghaus verwendeten vor 1785 anscheinend nur Zinnzifferblätter, die zum Teil
aufwendig graviert und deren Werke mit verschiedenen zusätzlichen Anzeigen ausgestattet sind
(Datums-, Wochen- und Monatsanzeige)
36).
Nach der "Generaltabelle ... pro Anno 1788"
37) fertigten die fünf Uhrmacher Peddinghaus und Ellinghaus
zusammen 16 Uhren im Gesamtwert von RTIrn. 480 (ca. 30 RTIr. je Uhr), für RTIr. 260 wurden Uhren ins bergische Ausland
exportiert, das Zubehör im Wert von RTIrn. 200 bezogen sie aus Iserlohn und Aachen. In den folgenden zwei Jahren steigerte
sich der Export um je 10 RTIr. Ab ungefähr 1770 waren an bergischen Uhren weiße Fayencezifferblätter
38) wegen der
besseren Lesbarkeit modern geworden, hätten die märkischen Uhrmacher auf exportierte Zifferblätter verzichtet, hätten sie
auch um ihren Absatz im Bergischen Land fürchten müssen. Wie lange die Verordnung in Kraft blieb, ist unbekannt.
Trotz der hohen Steuerauflage hat man nicht auf Porzellanzifferblätter verzichten wollen.
Im Frühjahr 1789 empfing Johann Martin Peddinghaus vom Handelshaus Harkort
39) ein "emailliertes Zifferblatt"
im Wert von RTIrn. 4.32.6, das Zifferblatt ist vermutlich einige Zeit später zu Harkorts zurückgekehrt, denn ab September
1790 lieferte Peddinghaus eine Hausuhr im Wert von RTIrn. 27, -, nur ein halbes Jahr später eine zweite Uhr für RTIr. 26, -,
die dritte Uhr, ausdrücklich für "Schwager (Friedrich Wilhelm) Teschemacher in Barmen" bestimmt, kostete RTIrn. 30,-.
Wahrscheinlich hat sich eine der beiden Uhren von 1790 oder 1791 erhalten. Das Zifferblatt wird durch je vier schmale,
längliche Messingornamente unten und oben zwischen Porzellanblatt und Mondphase gestreckt, so daß auch die Proportionen
des Gehäuses verändert werden. Statt der üblichen Halbsäulen sind kannelierte Rundsäulen mit korinthischen Kapitellen
vorgestellt, untere Abschlußleiste und Gesims werden gerundet um die Säulen geführt, in der Mitte des halbrund nach unten
gezogenen Gesimses sitzt eine allegorische Figur mit Stundenglas und Sense, die als Chronos, Personifikation der Zeit,
zu identifizieren ist. Der Scheitel der Zifferblattür wird durch eine kleine, sonst nie beigegebene Kartusche geziert.
Nach diesen Vorbildern der Peddinghaus- und Ellinghaus-Uhren kommt eine zweite Möglichkeit der Halbsäulengestaltung in Mode.
Die Basen der Säulen werden unter Verzicht auf das sonst gebräuchliche Podest dem unteren verkröpften Leistenkranz
aufgesetzt, sie enden mit zwischengefügtem, geschnitzten Kapitell in der Höhe der senkrechten Zifferblattrahmung.
Alle aufwendigeren Uhrengehäuse mit gegenständlichen Darstellungen sind ungefähr ab 1800 mit dieser
Form der Säulen ausgestattet.
Gleichzeitig gab es einen weiteren Einschnitt in der Gehäusegestaltung. Setzte sich der Grenzraum erfolgreich in den
dreißig Jahren ab 1770 deutlich von der Entwicklung der übrigen Uhrenzentren ab, übernahmen nun vereinzelt Radevormwalder
Uhrmacher die Gehäuse ihrer westlich arbeitenden Kollegen. Ein Oberteil des Johann Heinrich Oberhoff, datiert 1800,
orientiert sich an Uhren der Werkstatt Andreas Lange (Sost 1748, 1776 als Schmied Bürger in Elberfeld, Elberfeld 1802),
ein Gehäuse von 1805 des Lüdenscheiders Caspar Diedrich Wigginghaus
40) (Lüdenscheid 1764 - Lüdenscheid o 1830),
der mit ziemlicher Sicherheit vor 1790 der Werkstatt des Johann Peter Peddinghaus in Schölling angehörte und mit dessen
Tochter Johanna Maria Elisabeth Peddinghaus (Schölling 1765 - Altena 1845) er seit 1790 verheiratet war, findet sein
identisches Gegenstück, datiert 1804, bei Johann Peter Lüttgens (Gräfrath/Solingen 1738 -Solingen 1814) in Solingen.
Von einigen Uhrmachern Remlingrades (Johann Friedrich Käseberg, Oberhof 1790 - Landwehr/Remlingrade 1848;
Johann Peter Plätzer, Halver 1782 -Remlingrade 1846) und Haivers (Peter Caspar Voss, Edelkirchen/Halver 1787 -
Engstfeld/Halver 1835) sind nur Uhren mit eingesetztem Schlußstein verwendet worden.

Parallel zu dieser Entwicklung brachte Breckerfeld zwischen 1825 und 1840 noch für einige Jahre eine zweite Schnitzranke
hervor, der aber zu wenig Zeit blieb, die Blumenranke zu verdrängen. Die Ranke ist mit Beerendolden und Blättern
symmetrisch besetzt und wächst hinter der Rundkartusche mit überlappenden, breit gezogenen Rändern aus einem Stamm
hervor
41). Soweit feststellbar bleibt diese besondere Gesimsbekrönung auf das Oeuvre des Breckerfelder Uhrmachers
Johann Wilhelm Schmirnbach (Knefelskamp/ Radevormwald 1789 - Breckerfeld 1875) beschränkt (
Abb. 17).

Mit einem der sehr flach angelegten Kartusche aufgesetzten Vogel mit Beerenzweig im Schnabel wurde diese Abwandlung von
Breckerfelder und Lüdenscheider Uhrmachern (1844, Ludwig Wilhelm Sondermann, Gummersbach 1814, Heirat 1840 in Lüdenscheid,
Gummerbach 1874)42) verwendet (
Abb. 18).
An Uhren mit Schnitzdekor gewinnen in dieser letzten Phase sonst dem gesamten Dekorationsapparat untergeordnete Details an
Bedeutung. Schmirnbach (1831) zeigt hoch aufgerichtete, abstrahierte Dreierformationen, die bei genauerem Hinsehen erst
ihre Herkunft aus der großen Blütenranke zu erkennen geben, wo sie liegend und unscheinbar die Seiten begrenzen.
In größerer Anzahl verzichten die Gehäuse auf eine aufwendige Schnitzerei und begnügen sich mit Kartuschen, deren obere
Hälften breit über die Mitten gezogen oder durch drei Häubchen abgeschlossen sind (1839, Friedrich Dickertmann,
Berge/Volmarstein 1811 - Berge 1841).

Wahrscheinlich versuchten die Uhrmacher der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts durch Verzicht auf kostspielige
Gesimsverzierungen und Rückgriffe auf schlichte Trapezformen, denen blockhafte Schlußsteine eingesetzt sein können
(1805, Caspar Heinrich Würpel; 1804, Johann Adolph Moritz Hobräck, Elsey 1742 - Elsey 1805; 1827, Theodor Mühlinghaus,
Remlingrade 1801 - Schwelm 1838), die Preise ihrer Uhren zu senken und gegenüber den billigeren Produkten des
Schwarzwaldes
43) konkurrenzfähig zu bleiben.
Die detaillierte Entwicklungsgeschichte der Uhrengehäuse des Grenzraumes Bergisches Land - Grafschaft Mark soll durch die
Einbeziehung anderer Möbel, von Haus-, Schloß- und Kirchenausstattungen ergänzt und abgeschlossen werden. Der nachgewiesene
Herstellungszeitraum erstreckt sich über die Jahrzehnte zwischen 1760 und 1845, innerhalb dieser 85 Jahre findet nur in der
1. Hälfte eine Entwicklung der Gehäusetypen und Dekore statt, die 2. Hälfte zeigt nur noch Wandel im Dekor,
der ausschließlich retrospektiv ist und nicht am allgemeinen Stilwandel teilnimmt.
Die Zeitspanne deckt sich mit den Arbeits- und Lebensspannen zweier Generationen einer Schreinerfamilie in Breckerfeld.
Der Vater, Meister Johann Peter Holthaus (Breckerfeld 1727 - Breckerfeld 1791) konnte durch Archivalien als Ausstatter
eines der für die Entwicklung der bergischen Bauweise wichtigsten Großbürgerhäuser, Haus Harkorten bei Hagen-Haspe,
festgestellt werden. Mit vier nur den Vornamen nach bekannten Knechten, deren vermutliche Identifizierung teilweise
gelungen ist
44), schuf erzwischen 1759 und 1762 die wandfeste Ausstattung von Harkorten.
Holthaus blieb der Familie über dreißig Jahre geschäftlich verbunden, so daß die Möglichkeit besteht, die Entwicklung
seines Stils über einen langen Zeitraum zu beobachten und weitere, nicht archivalisch gesicherte Arbeiten anzuschließen.
Hilfreich waren dabei Möbel und Schnitzereien seines Wohnhauses in Breckerfeld, das 1968 als Verkehrshindernis
abgebrochen wurde.
Vermutlich hat Holthaus ab 1780 und in den folgenden Jahren drei oder vier Söhne in die Werkstatt aufgenommen,
die diese nach dem Tode des Vaters übernahmen. Mit dem Absterben dieser Schreiner zwischen 1835 und 1845 endet die regional
gebundene Gehäuseherstellung.
Um 1764 schuf Holthaus den jetzt reduzierten Altar der evangelischen Kirche in Hagen-Dahl
45).
Nach einer Lücke von 10 Jahren können zwei große Aufträge des Lüdenscheider Raumes zugeschrieben werden, deren Abfolge
nicht festliegt. Um 1774 renovierte er das Wohnhaus des Reidemeisters Brüninghaus im Versetal, für dessen Geschäftspartner
Freiherr von dem Bottlenberg-Kessel, der bis ungefähr 1770 seinen Wohnsitz auf Schloß Hackhausen bei Solingen-Ohligs oder
Schloß Aprath zwischen Langenfeld und Elberfeld genommen hatte, arbeitete er nach der endgültigen baulichen Vollendung
1773 die Innenausstattung des Schlosses Neuenhof im Elspetal (datiert am Saalinnenportal 1782)
46).
Die erhaltenen wandfest eingebauten Portale, Türen und Schränke auf zwei Etagen sollten Vorbild der Gesimsschnitzereien
der Uhrengehäuse bis gegen 1835 werden.
Die Dekore von Haus Harkorten bieten kaum Möglichkeit von Rückschlüssen auf die Uhrengehäuse von 1760-1770. Zum Vergleich
kann die Einhaltung der klassischen Säulenordnung am Saalportal und an zwei Uhren von Käseberg (1765) und Wellershaus
(undatiert) nicht herangezogen werden, da diese Kenntnis allgemein, wenn auch nicht von allen Schreinern befolgt,
war
47). Die den Gesimsen eingesetzten Puttenköpfe gehören sowohl zum Dekorationsapparat des Altares in Dahl,
wie auch zu Gesimsen an Schränken des Raumes Lüdenscheid - Altena
48) um 1765.
Dem Sturz des Frontportals von Haus Harkorten und der Außenrahmung des Altares in Dahl sind weibliche Halbfiguren
49),
die aus Akanthus herauswachsen, beigegeben, deren Köpfe sowohl mit denen der Uhr von Wellershaus (1761), als auch an
einem Schrank aus Atena korrespondieren.
Die auffallenden Seitenmarqueterien an Uhren von Wellershaus (1761), Käseberg d. Ä. (1761), Ellinghaus (undatiert?),
Winkel (undatiert) und den beiden Remscheider Uhren aus den 1790er Jahren könnten im Zusammenhang mit einem zweitürigen
Schrank aus Radevormwald
50) und einer Reihe von Kommoden, Stollen- und Schreibschränken stehen, deren zwei
durch Wappen (von Edelkirchen - von Elverfeldt) für eine adlige Familie des Raumes Halver (von Edelkirchen zu Haus
Heide) gesichert sind
51).
Den Gebrauch von Zinn als Schmuckelement, wie an einer Uhr von 1763 festgestellt ist, zeigt eine Runddeckeltruhe (1765)
des Raumes Lüdenscheid - Kierspe.
Zwei unsignierte Uhren des Lüdenscheider Raumes zeigen gleiche, bzw. ähnliche Schnitzdekore wie datierte (oder datierbare)
Aussteuerschränke Lüdenscheider Reidemeistertöchter (1769, 1771) an Türen und Seiten. Eine Standuhr von Johann Wilhelm
Wellershaus, datiert 1782
52), schließt im geschnitzten Dekor an einen Glasschrank, der als bürgerliche Umsetzung
der Harkorter Küchenschränke von ca. 1760 gelten kann, z. B. der geschlossenen Seitenschrägen des Unterteils und der
Kartusche. Die Gesimsführung, nicht jedoch die Profilierung, findet sich identisch an einer Hausorgel in der lutherischen
Kirche in Essen-Werden aus der Werkstatt des Elberfelder Orgelbauers Jacob Engelbert Tesche-macher
53).
Der Innenausbau von Schloß Neuenhof (nach 1773 bis 1782) erstreckte sich über zwei Etagen, wobei nicht mehr ersichtlich ist,
ob alle Räume renoviert wurden. In dieser Ableitung sollen nur im Erdgeschoß der große Gartensaal und drei Zimmer im
Nordturm, Vorraum, Anrichte und Speisezimmer, berücksichtigt werden. Der in Neuenhof konzentrierte Formenreichtum an
Füllungen (Vorraum), Gesimsbekrönungen von Portalen (Speisezimmer), Schränken (Speisezimmer und Gartensaal) und
Fensterlaibungen (Speisezimmer) wurde für die erneute Verarbeitung an Schränken und Uhren reduziert.
Die großen, geschnitzten Blütenranken auf den Gesimsen der Uhren verzichten auf die sehr plastischen, blockhaften
Kartuschen mit eingesetzten Putti und ziehen eine kleinere, meist schematisierte vor, wie sie im Wohnhaus der Holthaus
in Breckerfeld an einer Innentür zu finden war. Die Reihung der Blumen auf den Portalen weicht einer Staffelung auf den
Uhren, die kleinen Blüten ohne Kelche mit fünf Blütenblättern sind in den Ranken von Neuenhof nicht zu finden.
Ein großer Glasschrank
54) mit godronierter Amphore in der Mitte des Gesimses und entsprechenden kleineren auf
den Abschrägungen wiederholt den von Uhren bekannten Formenapparat, der auf dem Gesims des ehemaligen Küchenschrankes von
Neuenhof
55) wiederkehrt. Das Motiv der pickenden Vögel auf den schmalen Abschrägungen an Uhren mit doppeltem Figurenaufsatz
und bei Käseberg d. J. von 1785 verwendete Holthaus in den lang gestreckten Fensterlaibungen des Speisezimmers.
Die Vögel kehren auf Türen von Schränken des Schwelmer Museums
56) und in Privatbesitz in Richtung Hattingen
in fast gleicherweise wieder.
Holthaus setzte gern eine bestimmte Füllungsform als Vertäfelung ein, die sowohl in Neuenhof zu Dutzenden, aber auch im
Haus des Reidemeisters Brüninghaus (1774) und am alten Haus von 1681 auf Harkorten, das Holthaus 1780 renovierte,
wie auch an Schränken in den Museen von Schwelm und Hattingen
57) und am Unterkasten einer Standuhr
mit großer Blütenschnitzerei
58), zu sehen ist.
In weniger ausladenden Kartuschen über den Türen der benachbarten Anrichte sind einzelne pickende Vögel dargestellt,
sie nehmen Mittlerstellung einerseits zu den Vogeldarstellungen an Schränken aus Remscheid und Kierspe
59),
andererseits zu den pickenden Vögeln auf Uhrengesimsen, z. B. signiert Johann Wilhelm Wellershaus, dat. 179., und an
Kartuschen von Schränken aus dem Raum Haßlinghausen
60).
Die wandfest eingebaute Ausstattung des Gartensaals hat sich, wenn auch zum Teil in abgeänderter Aufstellung, erhalten.
Die reichliche Verwendung von Nußbaumholz als Furnier an Podesten und Pilastern der zwei Türen, zwei Portale und
Rahmungen der acht Fensternischen, wie auch Details der eingelegten Blumen verweisen auf die Standuhr von Johann Peter
Peddinghaus, die 1773 für Witwe Harkort gearbeitet war. Die beiden großen marquetierten Glasvitrinen sind in der
Kombination von Kommodenteil, geschlossenem Schrankzwischenbau, verglastem Aufbau und geschnitztem Figurenaufsatz
einmalig in der westdeutschen Möbelkunst. In der horizontalen und vertikalen Linienführung nimmt Holthaus Bezug auf
das Saalportal von Harkorten, die Aufsätze mit je zwei Putti und drei mit Blumen und Vögeln besetzten Amphoren sind
Vorbilder für Gesimsbekrönungen an Uhren, Schränken und Spiegeln
61).
Die martialischen Bildhauerarbeiten der Uhrengehäuse von 1818,1822 und 1841 entstammen nicht dem in Schloß Neuenhof
gezeigten Formenrepertoire. Die Söhne Holthaus verwendeten Darstellungen des preußischen Wappenadlers, wie sie im
18. Jahrhundert auf Fahnen, Zeichnungen und in der Druckgraphik in preußischen Landesteilen allgemein üblich waren
62).
Anmerkungen
1) Postkartenreihe: Altbergische Häuser. Altbergische Heimatkunst; 0, Schell, Altbergische Heimatkunst, Band l, Geschnitzte
Eichenmöbel, Elberfeld 1913 neuaufgelegt von H. H. Krielke, Bergische Möbel, Remscheid 1981
2) J. Abeler, Altbergische Uhren, Wuppertal, 21976, S. 36, = Abeler l; J. Abeler, Uhren und Uhrmacher aus dem Wuppertal,
in: Mitteilungen des Stadtarchivs, des Historischen Zentrums und des Bergischen Geschichtsvereins, Abteilung Wuppertal, 3/
1983,3. 12, = Abeler II. Ich danke Herrn Abeler für seine Bereitwilligkeit, mir Zugang zum Archiv des Uhrenmuseums in
Elberfeld erlaubt zu haben. H. Krieg, Die Entwicklung der Bergischen Uhr, in: Alte Uhren 1/1989, S. 13, = Krieg I
3) Johann Martin Peddinghaus, 1769 Tobias Hagen, 1784 Wenn nicht anders vermerkt, befinden sich die Uhren in Privatbesitz.
4) Fotosammlung U. Bauche, ca. 1960 im Auftrag des Museums für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund im Dortmunder Umland
fotografiert. Die Aufnahmen sind im Dortmunder Museum und in der Westfälischen Kommission für Volkskunde, Münster, archiviert.
5) bez. "Johan Wilhelm Wibusch Ano 1770IHPTKH" bez. "IMPH 1775 den 6. May" = Johann Martin Peddinghaus
6) Altbergische Heimatkunst, Band III: Innenarchitektur, Taf. 2, Küche des Hauses Harkorten bei Hagen-Haspe
7) Couven-Museum, Aachen; ehem. Kunsthandel, Münster, bez. "M. Stams 1785"
8) Radevormwald, hg. W. Regeniter, 1937, S. 197, die Neuauflage 1979 verzichtet auf das entsprechende Kapitel, leider auch
auf Abbildungen einer zwischen 1950 und 1960 aufgelösten Möbelsammlung.
9) E. Dresbach, Chronik und Urkundenbuch der Gemeinde Halver, Elberfeld, 1898, S. 97
10) Die Lebensdaten sind, wenn nicht anders vermerkt, aus den entsprechenden Kirchenbüchern gesucht.
11) Die "Generaltabelle von denen in der Grafschaft Mark befindlichen Fabriquen und Manufakturen pro Anno 1788", abgedruckt
in: Die Grafschaft Mark, Festschrift zum Gedächtnis der 300jährigen Vereinigung mit Brandenburg-Preußen, hg. A. Meister,
Dortmund, 1909, Band II: Ausgewählte Quellen und Tabellen zur Wirtschaftsgeschichte der Grafschaft Mark, S. 322
nennt für den Wetterschen Kreis, Schwelmer Rezepturkreis, die Uhrmacher Ellinghaus und Peddinghaus, die ihre
Werkstätten vor 34 Jahren etablierten (1754), in drei Werkstätten arbeiteten fünf Uhrmacher.
12) Dem Schwelmer Stadtarchiv danke ich für die Lebensdaten des Uhrmachers Ellinghaus; G. Helbeck, Das Museum stellt vor:
eine Bodenstanduhr von 1764, in: Jahresausgabe des Vereins für Heimatkunde Schwelm, Neue Folge, 28. Heft, 1978,5. 65 ff.
13) Herrn K. Kuhlmann, Wetter, danke ich für die freundliche Zusammenstellung der Genealogie Peddinghaus im Kirchspiel Volmarstein.
14) Sechs Söhne und zwei Schwiegersöhne sind als Uhrmacher nachgewiesen.
15) Nach den Fundorten der Uhren
16) Nach den Archivalien Haus Harkorten, Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Dortmund, F 39; 1794 lieferte Johann Martin
Peddinghaus eine silberne Taschenuhr im Wert von RTInr. 36, -M. vom Brocke, Bau- und Ausstattungsgeschichte des Hauses
Harkorten bei Hagen-Haspe, Universität Hamburg, Mag. 1988, S. 205 ff.
17) Bis auf wenige Ausnahmen sind die Spiegelmonogramme und Initialen der Signaturscheiben von mir aufgelöst worden, zu den
Uhrmacherfamilien wurden Stamm- und Verwandtschaftstafeln erstellt.
18) Sterbejahr nach Abeler l, S. 134; das Todesdatum 24. 2. 1828 konnte vom Nordrhein-Westfälischen Personenstandsarchiv
Rheinland, Brühl (Schreiben vom 29. 12. 1989) nicht bestätigt werden, Johann Wilhelm Wellershaus wird in der
Sterbeeintragung seines Sohnes, des Uhrmachers Theodor Wellershaus (1792 - 7. 7. 1828), als verstorben bezeichnet
(Personenstandsarchiv, Schreiben vom 20.12. 1989).
19) H. Krieg, Die Zifferblätter der Bergischen Uhr, in: Jahrbuch "Schriften Freunde alter Uhren", 1989, S. 39 ff. = Krieg II
20) Historisches Zentrum, Wuppertal-Bärmen, Depot; Abeler l, Abb. 44
21) Abeler l, Abb. 46
22) M. vom Brocke. S. 166 ff., S. 205 ff.
23) Bergisches Museum Schloß Burg/Wupper bez. mit ligierten Initialen "JEKB 1776" = Johann Eberhard Käseberg
24) Heimatmuseum Hückeswagen
25) Voss gehörte der reformierten Gemeinde Radevormwald an, die Kirchenbücher befinden sich entweder im
Personenstandsarchiv Nordrhein-Westfalen in Brühl oder sind vernichtet, Heirat in der lutherischen Kirche Radevormwald
26) Ehem. Kunsthandel, Köln; Lebensdaten freundlicherweise von Herrn H. Krieg zur Verfügung gestellt
27) Für die Unterstützung und die Erlaubnis eine
Abhandlung über die Uhrmacherfamilie Linden und ihre Uhren fotokopieren zu dürfen, danke ich Herrn Dr. H. Luyken, Gummersbach
28) Lebensdaten nach Abeler l, S. 134
29) J. Abeler, Meister der Uhrmacherkunst, Düsseldorf, 1977, S. 460 nennt als Lebensdaten 29. 6. 1758 - -24. 1. 1817. Lt.
Schreiben vom 29. 12. 1989 Nordrhein-westfälisches Personenstandsarchiv Rheinland, Brühl, stimmt das Todesdatum 1817
nicht, auch der Geburtstag 1758 wurde It. Schreiben vom 20. 12. 1989 nicht bestätigt. Der Uhrmacher Oberhoff wurde
wahrscheinlich am 12.9. 1761 auf Oberhof getauft und heiratete am 1. 10. 1786 (luth. KB Radevormwald) Anna Cath.
Pfeifer aus Wermelskirchen, der Sterbetag ist bisher unbekannt.
30) Abeler l, Abb. 32
31) Abeler l, Abb. 78, Abeler II, Abb. 6; 6 Beispiele aus dem Westmünsterland zeigt W. Elling, Alte Möbel im
Westmünsterland, Abb. 240 ff.,in: Beiträge des Heimatvereins Vreden zur Landesund Volkskunde 15, Vreden, 1980
32) Wahrscheinlich waren die nicht furnierten Uhrengehäuse farbig gefaßt, z. B. Säulenschäfte schwarz, Kapitelle grün,
Blütenranken rot-gelb-grün
33) Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen (BKW), Münster, 1909, Kreis Hattingen, S. 24
34) Die Signatur ist eindeutig "August vom Heede, Altena" zu lesen, die Verzettelung der Altenaer Kirchenbücher kennt
nur den Uhrmacher Arnold vom Heede (Altena 1805 - Altena 1844), der jüngere Bruder August vom Heede (Atena 1824 -
Altena 1861) war "Schankwirt in der Freiheit", einem Altenaer Stadtteil
35) Stadtarchiv Breckerfeld, o. Nr. (unter "Verordnungen")
36) Abeler l, Abb. 43 und Farbabbildung
37) Meister, S. 290,294 f., 324 f.
38) Nach Krieg II. S. 44, sind weiße Zifferblätter erst ab 1780 an bergischen Uhren verwendet worden, meiner Ansicht nach
liegt diese Datierung um 15 bis 20 Jahre zu spät. Aus den 1760er und 1770er Jahren sind zahlreiche Uhren mit weißen
Zifferblättern erhalten, diese müßten später ausgewechselt sein. Die weitreichenden Handelsbeziehungen der
Kommissionshäuser des Bergischen Landes und der Grafschaft Mark lassen vermuten, daß bei Bedarf relativ schnell die
Ware hätte zur Verfügung stehen können.
39) M. vom Brocke, S. 205 ff.
40) Lüdenscheider Stadtmuseum; Wigginghaus wird in der Sterbeeintragung der luth. Kirche in Lüden-scheid, 10. 7. 1830
als "Uhrmacherund sehr geschickter Mejanikus, der hier zuerst die Grundlage zu den hiesigen Knopffabriken gelegt und
sich viele Verdienste um die Stadt erworben hat" gewürdigt.
41) O. Schell/H.H. Krielke,Taf. 52b
42) Sterbejahr nach Abeler l, S. 134
43) Zur Schwarzwälder Industrie, u. a. Uhrmacherei: Peter Assion, Vom Heimgewerbe zur Frühindustrialisierung, in:
Barock in Baden-Württemberg, Ausstellung Schloß Bruchsal, 1981, Band 2, S. 445 ff.
44) M. vom Brocke, S. 229 ff.
45) M. vom Brocke, S. 252 ff.
46) BKW, Kreis Altena, Münster, 1911, S. 62ff.; A. von dem Bussche-Kessell, Wasserschloß Neuenhof, in: Westfälische
Kunststätten, Heft 26, Münster, 1983; M. vom Brocke, S. 261 ff.
47) Die Kapitelle des Saalportals, 2. Raum, zeigen eine starke Übereinstimmung zu den Kapitellen der Uhren von Käseberg
d. Ä., 1765. und Wellershaus, undatiert; R. Schmidt-de Bruyn, Das bergische Patrizierhaus bis 1800, in: Arbeitshefte
Landeskonservator Rheinland 38, Pulheim, 1983, Abb. 98
48) Museum Burg Altena, Glasschrank des Reidemei-sters Geck aus Brunscheid bei Lüdenscheid
49) Der Altaraufsatz in Dahl bei Hagen/Westf. mit zwei Halbfiguren, die eine Konsole mit der Darstellung des Lammes
flankieren, wurde an einigen Uhren in Metallguß im Arkus dargestellt, wahrscheinlich Werkstatt Peddinghaus.
50) Regeniter, Radevormwald, S. 198 oben, der Schrank stammt angeblich von "Johann Eberhardus Käseberg zu Obernhof",
1750 , heutiger Verbleib unbekannt. Pendeltür und Unterkasten einer Standuhr von Joh. Gottfried Herder, 1769, zeigen
ähnliche Bandintarsien, s. Abeler l, Abb. 35
51) BKW, Kreis Unna, 1959, S. 171
52) Ehem. Kunsthandel, Lüdenscheid
53) Abgeb. H.-J. Oehm, Jacob Engelbert Teschemacher ein pietistischer Orgelbauer im Wuppertal des 18. Jahrhunderts,
in: Neue Beiträge zur Musikgeschichte der Stadt Wuppertal, in: Beiträge zur Rhein sehen Musikgeschichte, Heft 131,1981, Abb. 4
54) O. Schell/H.H.Krielke,Taf. 7
55) BKW, Kreis Altena, Tat. 8.3
56) Katalog Museum Haus Martfeld, Schwelm, 9/276
57) Heimatmuseum Hattingen, Türen eines Kannenstokkes 5
58) Abeler l, Abb. 28
59) Bergisches Museum Schloß Burg, J. Christof Roselt, Das Bergische Museum Schloß Burg an der Wupper, Hamburg,
1969, S. 341, in: Kulturgeschichtliche Museen in Deutschland, Band XI; Museum Burg Altena, Wandschränkchen und
Schreibschrankaus Kierspe-Lingese
60) 2 Kleiderschränke im Museum Bochum - Wasserburg Haus Kemnade; Abeler l, Abb. 1
61) M. vom Brocke, S. 313 ff.
62) Katalog Museum Haus Martfeld, Schwelm, Nr. 10/5; König Friedrich Wilhelm II. von Preußen in Altena, Erinnerungen an
seinen Besuch vor 200 Jahren am 8. 6. 1788, Ausstellungskatalog Kreisarchiv Altena 1988, Nr. 29; Preußen - Versuch einer
Bilanz, Berlin 1981, Band l: Ausstellungsführer, Nr. 9/19 (1709), Nr. 10/61 (1764), Band II: Beiträge zu einer politischen
Kultur, S. 190